Tourbericht: Auf der EXPO in Mailand

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Als wir am Samstag Morgen um 6 Uhr in unserem kleinen Bus in Richtung Mailand starteten, war uns schon klar, dass die Fahrt sehr lange dauern würde. Wir waren uns aber auch sicher, dass uns uns an diesem Wochenende viel Spaß und tolle Erfahrungen erwarten würden.

Nach 10 Minuten im Auto fuhren wir jedoch schon wieder zurück. Jemand hatte seinen Perso vergessen. Wir wollen mal keine Namen nennen …

Die ersten 400 km durch Deutschland ließen wir dann schnell hinter uns und passierten die Schweizer Grenze ohne Probleme. Durch die Schweiz erwartete uns abwechselnd eine wunderschöne Landschaft und lange Tunnel durch Berge. Im 17km langen Gotthard Tunnel waren wir gegen Ende der Ohnmacht nahe, da wir allen Sauerstoff im Bus weggeatmet hatten. Zwischenzeitlich vertrieben wir uns die Zeit mit Liedern, die wir mit der Ukulele begleiteten. Nicht jeder im Bus war begeistert davon. Als wir dann erfuhren, dass unser Tontechniker Jan ein paar Stunden zuvor Papa einer gesunden Tochter geworden war, stieg die Stimmung dann auf den Höhepunkt. Alles Gute Jan!!!!

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Schließlich überquerten wir die Italienische Grenze (gegen unsere Erwartung wieder ohne Probleme) und näherten uns Mailand. Schon auf den ersten Kilometern fiel uns auf, dass sich der Fahrstil der Italiener „minimal“ von dem Deutschen unterschied. Von festgelegten Fahrspuren haben die Italiener anscheinend noch nicht gehört und Ampeln dienen auch eher als grobe Richtlinie. Wir versuchten uns anzupassen und fingen an zu hupen und laut zu fluchen. Nachdem wir uns dank unseres 10 Jahre alten Navigationsgeräts mehrere Male verfahren hatten fanden wir letzt endlich schweißgebadet zu unserm Hotel.

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Wir brachten unsere Sachen aufs Zimmer und machten uns auf die Suche nach einem Restaurant. Diverse Pizzas, Pastas, Bierras und Vinos später fuhren wir mit der U-Bahn zum Mailänder Dom, da dort ein Konzert im Rahmen der MTV Music Week stattfand. Der Domplatz war jedoch so proppenvoll, dass man sowieso nichts von der Bühne sehen konnte und uns fiel schon nach kurzer Zeit auf, dass es dort nicht einen einzigen Bierstand gab. Ganz schlecht! In der Heimat wäre das nicht passiert. Wir erinnern uns da an ein Konzert auf einem Stadtfest, wo allein vor unserer Bühne sieben Stück (Philippe nennt das Männerkarusselle) standen!!!. Also liefen wir wieder in Richtung Hotel und suchten eine Kneipe oder eine Bar. Bei einem Blick auf die Getränkekarte entschieden die meisten allerdings, dass wir nicht 10 Euro für ein 0,3er Bier bezahlen wollten und setzten uns daher auf den Balkon unserer Suite und ließen so den Abend ausklingen.

Am nächsten Tag nutzen wir unsere Freizeit effektiv mit Essen und Schlafen und warteten auf unser Shuttle, das uns zur Expo fahren sollte. Unser Fahrer war seinem Fahrstil nach zu urteilen ein waschechter, todesmutiger, italienischer Verkehrsteilnehmer und manch ein skameleon starb erneut tausend Tode.

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An der EXPO angekommen warteten wir an einem Hintereingang darauf reingelassen zu werden. Das System war ähnlich wie am Flughafen. Alle Instrumente mussten durch eine Schleuse mit Scanner und auch wir wurden durchleuchtet. Dann ging es über das riesige Gelände zum deutschen Pavillon. Die internationalen Gebäude waren wirklich sehr beeindruckend und wir hätten uns gerne noch länger umgesehen. Vor dem deutschen Pavillon befand sich unsere Bühne, deren Zuschauerbereich sich wie ein Amphietheater nach hinten in die Höhe erstreckte. Wir hatten sogar einen riesigen Screen hinter uns, auf dem während des Konzerts Bilder und Videos von uns liefen und Live-Übertragungen unserer Performance gezeigt wurden.

Wir bauten unser Equipment auf und machten Soundcheck. Schon da hörten viele Leute zu. Der deutsche Pavillon stand in der Nähe des großen überdachten Hauptwegs, auf dem riesige Menschenmassen entlangströmten. So erwartete uns ein großes Laufpublikum. Um 20 Uhr ging es dann endlich los. Schon bei den ersten Liedern merkten wir, dass unsere Musik gut ankam und viele Besucher stehen blieben und uns zuhörten. Es war das mit Abstand internationalste Publikum, das wir jemals hatten, daher machten wir unsere Ansagen auf Englisch und erklärten den Besuchern, was sie bei unseren deutschen Songs wie „Zehn“ oder dem „NDW-Medley“ zu tun hatten.

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Gegen Ende des Konzerts waren viele Leute am tanzen und das Publikum wollte uns nach unseren Zugaben nicht mehr von der Bühne lassen. Wir verschenkten Sticker, verkauften CD’s, machten Fotos mit neu gewonnen Fans und schrieben Autogramme. Wir hatten mega viel Spaß und waren uns einig, dass sich die lange Fahrt für diese Eineinhalb Stunden auf der EXPO definitiv gelohnt hatten. Da unser Shuttle zurück zum Hotel wartete, packten wir schnell unsere Sachen ein und verließen die EXPO auch schon wieder.

Die Rückfahrt war etwas angenehmer, da nicht mehr so viel Verkehr herrschte und wir außerdem nicht mehr alles sehen mussten, da es draußen dunkel war. Zurück im Hotel schauten wir uns die Videos vom Auftritt, die wir mit mehreren GoPro’s aufgenommen hatten an und ließen unser Konzert Revue passieren. Wir gingen mehr oder weniger früh schlafen, da am nächsten Morgen schon die Heimfahrt anstand. Nach dem Frühstück machten wir uns gegen 8 Uhr auf die 750km lange Heimfahrt. Die Strecke war dieselbe, nur diesmal waren wir alle nicht mehr so aufgeregt und eher traurig, dass unsere Mailand-Tour schon vorbei war.

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Es war auf jeden Fall ein tolles Erlebnis, von dem wir noch lange erzählen werden!